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Lawinenabgang Baumgartenschneid Schlierseer Berge am 15.02.2009
zoz wrote at 24.02.2009 17:55
Am Sonntag, den 15. Feb 2009, löste ich am Osthang der Baumgartenschneid (1445m) gegen 13:30 Uhr ein ca. 80m breites Schneebrett aus. Nach einem etwa 50 - 70cm hohen Neuschneezuwachs aus den Vortagen unternahm ich allein meine Haustour zum Lahnerkopf und zur Baumgartenschneid zwischen Schliersee und Tegernsee. Nach einem Pulvertraum am „Lahner“ wollte ich die Runde mit der Baumgarten-Ostabfahrt abschließen. An diesem kalten sonnigen Tag waren auf dieser Route mindesten 20 Skifahrer unterwegs, sodass die Baumgartenabfahrt, die licht mit Fichten bestanden ist, schon mehr oder weniger eingefahren war. Zur Zeit der Abfahrt war ich alleine und hielt mich am linken Rand der Standardroute.
Ich fuhr mit der üblichen Vorsicht in den etwa 25 - 30° steilen Hang ein, blieb nochmals stehen, um eine gute Linie zu taxieren und bemerkte bereits beim nächsten Anschwung, dass der Schnee unter meinen Skiern wegrutschte. Zunächst dachte ich an einen lokalen Schneerutsch, stürzte aber sofort kopfüber auf eine große Schneemulde um einen Baum zu. Durch die Schaufelwirkung der Skier, die sich erst etwas später lösten, wurde ich urplötzlich mit Kopf und Oberkörper unter den Schnee gezogen und schwamm wie in einer Wasserwelle in die Mulde hinein. Jetzt erst (relativ spät) realisierte ich die Lebensgefahr und suchte panikartig den ABS-Griff, den ich in dem Schneegewusel erst beim dritten oder vierten Versuch zu fassen bekam. Ich hörte das Geräusch des einströmenden Gases und wurde wie in einem Lift sofort nach oben gezogen. Ungefähr 50 - 60m schwamm ich dann auf der Oberfläche mit dem Bauch nach unten mit, bis ich an einer kleinen Geländeerhebung, an der die Fließgeschwindigkeit offensichtlich relativ langsam war, zum Liegen kam.
Nach dem ersten Schock wurde mir sehr schnell bewusst, dass mir der ABS-Rucksack (wohl auch in glücklicher Verbindung mit der kleinen Geländekuppe) das Leben gerettet hatte. Das Schneebrett lief ca 300 - 400m nach unten bis es im etwas flacher geneigten und dichteren Wald zum Stehen kam. Nachdem von den Skiern natürlich nichts mehr zu sehen war, musste ich fast eine Stunde im fast bauchtiefen Schnee zu Fuß nach unten steigen. Wie es der Zufall will war mindestens eine Dreiviertelstunde lang kein einziger Tourenfahrer zu sehen. Ein Lawinensuchgerät hätte mir also wenig genützt.
Am nächsten Tag inspizierten Freunde die Abbruchstelle und nahmen auch das Foto auf. Die etwa 80cm hohe Bruchkante ist unmittelbar an der Standardabfahrt aufgenommen. Ich war an diesem Tag wohl das i-Tüpfelchen im Hang, hatte aber Gott sei Dank meinen Schutzengel namens ABS dabei.






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